Stadtumbau zügig gestalten

In der heutigen Ausgabe der Elmshorner Nachrichten wird vom Frust der Politik über den langsamen Stadtumbau berichtet. Sicherlich sind wir auch nicht begeistert davon, dass vieles nur langsam voran geht – aber das ist noch lange kein Grund frustriert zu sein. 

Viel entscheidender ist doch, dass die Fraktionen den Prozess aktiv und kreativ gestalten. Dazu gehört die notwendige, offene und richtige Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ämtern, zwischen Verwaltung und Politik sowie ein sehr guter Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. 

Den Rahmenplan stets im Blick

Der bereits beschlossene Rahmenplan bietet genügend Gestaltungsspielräume eine Stadt mit Aufenthaltsqualität zu schaffen. Bei allen Entscheidungen ist er zugleich die Verpflichtung jeweils Entscheidungen zu treffen, die den grundsätzlichen Geist des Rahmenplans widerzuspiegeln. Kernelemente sind Verkehrsberuhigung, Stadt der kurzen Wege und Sicht-Achsen, die markante Punkte hervorheben.

Menschen die im Quartier Leben, Arbeiten, sich mit Freunden treffen oder zum Einkaufen kommen, sollen eine hohe Lebensqualität genießen. Bei allen anstehenden Entscheidungen sorgen wir mit Herz dafür, dass diese Prämissen Bestand haben. Wir sind bereit dafür zu sorgen, dass die Prozesse bei bereits getroffenen Entscheidungen beschleunigt werden.

Den Stadtumbau beschleunigen

Grundsätzlich wurde so bereits beschlossen, dass mit dem Stadtumbau-Ausschuss ein zentrales Gremium in der Politik schnelle Beschlüsse herbeiführt. Die zusätzlich geschaffene Stelle eines weiteren Stadtrats für den Stadtumbau unterstreicht diesen Beschluss und den Willen der Politik das Projekt Stadtumbau zügiger voran zu bringen. Insbesondere dann, wenn grundlegende Beschlüsse zur Realisierung gefallen sind sich einzelne Bausteine in der Realisierung befinden.

Dies ist beispielsweise beim „Haus der Technik“ der Fall. Wir werden insbesondere bei diesem Beispiel darauf drängen, dass das Gebäude nun zügig komplett fertiggestellt wird. Nach dessen Fertigstellung können wir im oberen Bereich bereits Räume für den Rathausbetrieb als Büros nutzen. Aus diesem Grund setzen wir, nachdem die Stadtentwässerung das Unter- und Erdgeschoss in diesem Winter fertig gestellt hat, darauf, dass die Stadt Elmshorn die oberen Etagen als Bauherr zu Ende baut. Das kann dann ganz schnell gehen, voraus gesetzt, dass wir Politiker dafür Sorgen, dass die notwendigen Mittel im Haushalt bereit gestellt werden.

Die Markthalle – Treffpunkt für die Elmshorner

Andere Themen erfordern aber auch einen kritischen Blick der Politik. So lebt die Markthalle insbesondere davon, dass der Markt mit Ständen im Erdgeschoss und der beliebten Kaffeeklappe sein ursprüngliches Gesicht bewahrt. Sie funktioniert nur mit einer möglichst großen Verkaufsfläche. Wir dürfen daher auf keinen Fall große Treppenhaus- und Toilettenanlagen sowie einen Fahrstuhl ins Gebäude im Erdgeschoss einbauen. Das würde den Charakter des Gebäudes für den Marktbetrieb zerstören.

Da ein barrierefreier Zugang zu den oberen Etagen für eine öffentliche, lebendige und flexible Nutzung uns wichtig ist, kommt nur eine äußere Erschließung für uns in Frage. Notfalls wird man hier noch intensive Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde führen müssen, aber es gibt viele Projekte wo alte Gebäude ganz bewusst auch mit modernen Elementen verbunden worden sind, sofern der Charakter bestehen bleibt.

Die Markthalle ist ein Beispiel, dass wir in Bezug zur Lebensqualität auch hartnäckig bleiben müssen. Wir dürfen es uns nicht zu leicht machen. Das kann hin und wieder anstrengend sein, es kann aber auch eine Freude sein, dann zu sehen, wie sich die Dinge durch Beharrlichkeit in eine andere Richtung bewegen.

Wie geht es weiter

Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Das war uns bewusst, als wir vor der Wahl unsere Kandidaturen erklärt haben. Mit dem Blick in die Zukunft und der Freude am gestalten, wird es uns gelingen den mühsam angeschobenen Prozess nun ins Rollen zu bringen. Wir Grüne tun dies mit Freude. Frust schieben gilt nicht. Wir werden unser Bestes geben, mit frischen, nachhaltigen und zukunftsorientierten Ideen unsere Anregungen in die Beratungen und Entscheidungen einbringen. Dabei stehen für uns folgende Aspekte im Mittelpunkt:

  • Aufenthaltsqualität stärken. Die Menschen sollen sich gern im Zentrum unserer Stadt aufhalten. Dabei steht vor allem der Fußgänger im Mittelpunkt. Denn ab dem Moment wo der Mensch unsere Innenstadt betritt, wird auch jeder Autofahrer zum Fußgänger. Wir brauchen daher großzügige Geh- und Aufenthaltsflächen. 
  • Stadt mit viel Grün. Bäume und Gründächer tragen dazu bei, dass Schadstoffe aus der Luft gefiltert werden. Sie sorgen zudem dafür, dass sich die Temperatur im Innenstadtbereich verringert. Durch den Klimawandel wird dies immer wichtiger.
  • Gestaltung der Räume mit Bezug zu zukünftigen Anforderungen an ein Mittelzentrum. In schon nicht allzu entfernter Zukunft wird sich das autonome Autofahren etablieren. Die Menschen werden selbstfahrende Autos nutzen. Diese werden per App gerufen und sind ständig in Bewegung. Insgesamt wird das dazu führen, dass weniger Autos auf den Straßen geparkt werden müssen. Wer dennoch mit dem eigenen Auto kommt, wird Parkraum am Rand der Innenstadt oder als Anwohner in einer Quartiersgarage vorfinden. Uns ist wichtig, dass die Parkplatz-Räume mit modernen Ladestationen für Elektroautos ausgestattet werden.
  • Markante Gebäude und den alten Charme der Industriestadt Elmshorn bewahren. Im Sanierungsgebiet gibt es einige Gebäude, die den Charme der einstigen Industriestadt widerspiegeln. Uns ist wichtig, dass diese Gebäude bewahrt bleiben und markante Punkte im Sanierungsgebiet bilden.
  • Stadt der kurzen Wege. Direkte Wege im Quatier ermöglichen es jeden Ort zügig zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen.

Wir haben noch viel vor. Wir regen an, dass bereits entschiedene Baumaßnahmen jetzt zügig zu Ende geführt werden. Wir wollen, dass weitere Maßnahmen, die eine schnelle Entwicklung ermöglichen schnell auf den Weg gebracht werden. Wir werden aber auch immer wieder, in direkter Abstimmung mit anderen Fraktionen und der Verwaltung, einzelne Aspekte genauer hinterfragen und durch eigene Anträge mitgestalten. In dem gesamten Prozess ist uns dabei stets auch der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern wichtig. Wir sind nicht frustriert, wir krempeln viel lieber die Ärmel hoch und packen an. Jetzt den Kopf in den Sand zu stecken wäre das falsche Signal. Denn wir befinden uns schon mitten im Prozess des Stadtumbaus. Mit Mut und Freude werden wir den Stadtumbau weiterhin aktiv mitgestalten.

Hier gibt es weitere Informationen zum Stadtumbau von der Stadt Elmshorn: https://www.elmshorn.de/media/custom/2326_4455_1.PDF?1453212464

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